Buchmarkt + Bestseller
THEMA AKTUELLWanderführerWanderkartenNaturführerFreizeitkarten/-führerRadkarten/-führerAnekdoten / HumorStrassenkartenBildbändeCDs, Videos, DVDsEisenbahnbücherGrenzbücherHistorischesJahrbücherKalenderKinderbücherKochbücherLiederbücherMärchenbücherRomane/KrimisRhönbilderRhönschafeTANN: GrafikenTANN: Führer/BücherTANN: LuftaufnahmenSONDERANGEBOTE
Startseite » Grenzbücher » Stoll; Das war die Teilung 9783790004984
Stoll; Das war die Teilung 9783790004984
Stoll; Das war die Teilung 9783790004984
Stoll; Das war die Teilung 9783790004984
Stoll; Das war die Teilung 9783790004984
Stoll; Das war die Teilung 9783790004984
9783790004984
19,95 EUR
(inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand)
Verfügbarkeit:
Auf den Wunschzettel
Stoll; Das war die Teilung

 Das war die Teilung

Grenzgeschichte und Grenzgeschichten aus der Rhön von 1945 bis 1990, von Diana Unkart und Klaus Hartwig Stoll, vollkommen überarbeitete und erweiterte Nachauflage unseres Erfolgstitels „Das war die Grenze“, Band 3 der Schriftenreihe Point Alpha, Broschur, 340 Seiten, 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-7900-0498-4 bzw. 978379000498-4 bzw.978-3790004984
Erscheint am 13.10..
Ladenpreis 19,95 €

Ein Vierteljahrhundert nach dem Abbau des Streckmetallzauns, des Grenzsignalzauns, der Hundelaufanlagen und der letzten Minenfelder in der hessisch-thüringischen Rhön beginnt die Erinnerung an das monströse Bauwerk, das die komplexe Zaun- und Sperranlage der innerdeutschen Grenze war, zu verblassen. An Orten wie Point Alpha ist diese Grenze, die einen jahrhundertealten Kulturraum über 40 Jahre brutal trennte, auch für jüngere Generationen noch im wahrsten Sinne des Wortes "begreifbar".

Die Schicksale der Menschen, die auf beiden Seiten des Grenzgebietes lebten, bilden die große "Erzählung der Geschichte" der Epoche zwischen 1945 und 1990. Der vorliegende Band 3 der Schreiftenreihe nutzt ein breites Spektrum von Zeitzeugenberichten sowie teilweise noch nicht veröffentlichtes Bild- und Archivmaterial, um aus vielen einzelnen Episoden beiderseits der Grenze eine quellenorientierte zeitgeschichtliche Dokumentation und ein Kaleidoskop "erzählter Geschichte" der Region zu zeichnen.

Der Band ist daher mehr als eine regionalgeschichtliche Chronik, er ist ein lebendiges Geschichtsbuch aus der Zeit der Teilung Deutschlands und der Rhön.
 

Einleitung

Was war die Grenze? Vermutlich werden die meisten so etwas antworten wie: ein fast unüberwindliches, menschenverachtendes Bauwerk, ein Todesstreifen, ein Monument der Angst der DDR-Führung vor dem Exodus ihrer eigenen Bevöl­kerung.
All das war die Grenze anfangs nicht. Mit etwas Geschick und Ortskenntnis war es kein Problem, von der Sowjet- in die amerikanisch besetzte Zone oder anders­herum zu gelangen. Erst nach und nach wurde diese durchaus zu überwindende Trennlinie zum dem den Kontinent prägenden Bauwerk.
Wie lebte es sich an und mit diesem Bauwerk? Es ist besonders diese Frage, der Klaus Hartwig Stoll in seinem 1997 erschienen Buch „Das war die Grenze" nach­gegangen ist und die ihn zu traurigen, manchmal auch lustigen, bisweilen skurri­len Geschichten geführt hat. Immer aber sind es die Menschen in der Rhön, die im Mittelpunkt stehen. Er hat mit unzähligen Zeitzeugen gesprochen, Zeitungen, Festschriften und Jahrbücher aus vier Jahrzehnten durchforstet.
Die Leserinnen und Leser werden mitgenommen an die Originalschauplätze. Dorthin, wo sich Geschichte ereignete. Sie erleben, wie die Bewohner der Grenz­dörfer auf hessischer und thüringischer Seite nach dem Krieg versuchen, ihr Le­ben zu meistern. Sie werden Zeugen der dunklen Kapitel deutscher Geschichte: der Zwangsaussiedlungen 1952 und 1961. Das Buch zeigt auch, dass die Grenze trotz des ständigen Ausbaus und aller technischen Neuerungen nie unüberwind-bar war. Bis zum Fall der Mauer 1989 gelang DDR-Bürgern die Flucht. Einige von ihnen schildern ihre Lebens- und Fluchtgeschichte.
Das, was vor sich ging, wird eingebettet in den historischen und weltpolitischen Kontext geschildert. Vielleicht mag es heute übertrieben anmuten, wenn davon die Rede ist, dass ein Krieg im fernen Korea konkrete Auswirkungen in der Rhön hatte. Aber während der Zeit des Kalten Krieges trafen genau hier nicht nur zwei ideologisch unterschiedliche Systeme aufeinander, sondern vor allem zwei hoch­gerüstete militärische Bündnisse.
Knappp 20 Jahre nach seinem ersten Erscheinen wird das Buch neu aufgelegt -überarbeitet und ergänzt um Fakten, die in den 1990er-Jahren nicht bekannt wa-icn, um Berichte von Zeitzeugen, die vor Jahren noch nicht reden konnten oder unllicn. Inzwischen ist vieles erforscht und aufgearbeitet worden. Wir als Autoren lulu'ii versucht, die neuen Erkenntnisse und Berichte einfließen zu lassen und die >iiderheit des Originals - die Nähe zu den Menschen vor Ort - beizubehalten. -
Klaus-Hartwig Stoll und Diana Unkart

Hier Infos zum vorhergehenden Buch:

Stoll, Klaus H.: Das war die Grenze
Erlebte Geschichte an der Zonengrenze im Kreis Fulda von 1945 bis zur Öffnung
Verlag :  Parzeller  ISBN :  978-3-7900-0281-2 (9783790002812)
ISBN: 3-7900-0281-X  (379000281X)Einband :  Paperback
Preisinfo :  12,80 Eur[D] / 13,20 Eur[A] / 22,00 sFr
Seiten/Umfang :  180 S., 16 Bildtaf. - 21 x 14,8 cm
Erschienen :  4. Aufl. 1999  Gewicht :  290 g
Erlebte Geschichten an der Zonengrenze von Klaus Hartwig Stoll
Geschichten an der Zonengrenze im Fuldaer, Geisaer und Hünfelder Land von 1945 bis zur Grenzöffnung. Der Autor bezweckt mit diesem Buch, die Erinnerung an die Grenze wachzuhalten, ihre Veränderungen und deren Hintergründe aufzuzeigen, vor allem aber das Leben der Menschen in ihrem Schatten festzuhalten. Vor allem aber soll ein Gedanke wachbleiben: Das war die Grenze - sie ist nicht mehr!

   
 


 

 VORWORT

 

Die Point Alpha Stiftung mit Sitz in Geisa widmet sich seit ihrer Gründung im |ahr 2008 der Erforschung und Dokumentation der Geschichte des Kalten Krie­ges und dem DDR-Grenzregime in der hessisch-thüringischen Region und setzt damit gemeinsam mit dem Förderverein Point Alpha e.V. die Tradition ihrer Vor­läuferorganisation, dem Verein Grenzmuseum Rhön e.V., fort.
Das Konzept der „oral history", also der Nutzung von Zeitzeugen als historischer Quelle der geschichtlichen Überlieferung und der damit verbundene Aufbau eines regionalen Archivs der Zeitgeschichte, spielten und spielen bei der Aufarbeitung der Epoche des Kalten Krieges und des DDR-Grenzregimes für die Point Alpha Stiftung und die Point Alpha Akademie immer eine zentrale Rolle.
Dieses Prinzip setzt auch die 2014 im Haus auf der Grenze installierte Dauer­ausstellung zur Entwicklung der innerdeutschen Grenze durch zwanzig Zeitzeu­geninterviews um: Die authentischen Zeugnisse des Lebens im Sperrgebiet bei Geisa stellen die historische Entwicklung der innerdeutschen Grenze in den welt­politischen Kontext der Blockkonfrontation. Die Dauerausstellung ist daher eine erzählende Ausstellung, die nicht nur das rein dokumentarische Erfassen der His-lorie in den Mittelpunkt der Vermittlung stellt, sondern auch und vor allem das lebendige Erzählen. Die Besucher werden durch Beschreibungen von alltäglichen l .ebenssituationen aus der Zeit der Teilung und des Kalten Krieges angesprochen. Dabei spiegeln sich die Episoden, Erlebnisse und Schicksale von Menschen aus über 40 Jahren geteilter Rhön in den weltpolitischen Ereignissen und militärstra-legischen Überlegungen der Bündnisse in der „Fulda Gap" und erlauben dem Betrachter so eine besondere Perspektive - auch für einen Vergleich mit den heu­ligen freiheitlich-demokratischen Verhältnissen.
Der vorliegende Band 3 der Schriftenreihe Point Alpha „Das war die Teilung -Grenzgeschichte und Grenzgeschichten aus der Rhön von 1945 bis 1990" ist eine von der jungen Thüringer Journalistin Diana Unkart überarbeitete und erweiterte Fassung des 1999 erschienenen Buches „Das war die Grenze" des Fuldaer Regi­onalhistorikers Klaus-Hartwig Stoll und entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Autor. Es bietet dem Leser und der Leserin daher einen neuen, grenz- und

 

generationenübergreifenden Zugang zur Regionalgeschichte der hessisch-thürin­gischen Rhön.
Das Buch folgt dem Prinzip der „oral history" und stellt ein breites Spektrum von Zeitzeugenaussagen und Meldungen der lokalen Presse aus der Zeit von 1945 bis 1989/90 sowie Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR zu den Zwangsaussiedlungsaktionen „Ungeziefer" und „Festigung" der Jahre 1952 und 1961 im Geisaer Amt zusammen. Aus vielen einzelnen Episoden beiderseits der Grenze entsteht so eine quellenorientierte zeitgeschichtliche Dokumentation so­wie ein Kaleidoskop „erzählter Geschichte" der Region, das verdeutlicht, welche weitreichenden Auswirkungen die Grenze mitten durch Deutschland und das DDR-Grenzregime auf das Leben der Menschen hatten.
Besonderer Dank gilt dem Rhöner Heimatforscher Bruno Leister für seine detail­lierte Schilderung des „Falles Fink", der BStU-Außenstelle Suhl für Archivmate­rialien, dem Experten für Regionalgeschichte und Autor Gerhard Schätzlein für die Nutzung seines Fotoarchivs, dem „Freien Wort" in Suhl und der „Fuldaer Zei­tung" für die Zusammenarbeit bei der Recherche in den Zeitungsarchiven, Frau Mären Dürrschmid, Mitarbeiterin in der Point Alpha Stiftung, für ihre umfangrei­chen Recherchearbeiten, Herrn Günter Sagan und dem Medienzentrum Fulda für ihre wertvollen Hinweise und die zur Verfügung gestellten Dokumente sowie Frau Marie-Luise Tröbs für Fotos und Dokumente zur Zwangsaussiedlung der Familie Wagner.
Volker Bausch
Direktor der Point Alpha Stiftung
Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard
Staatssekretär a.D.
Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats
 

 
Inhaltsverzeichnis
1. 1945 - 1949: Von der Demarkationslinie zur innerdeutschen Grenze.............. 14
1.1. Russen und Amerikaner kontrollieren............................................................ 14
1.1.1.     Risiko der Grenzgänger: Die Streifen.................................................... 16
1.1.2.     Gefährliche Situationen........................................................................... 17
1.1.3.     Vielfältige Beziehungen hin und her..................................................... 20
1.2. Zöllner, Grenzpolizisten und Schmuggler....................................................... 22
1.2.1. Bewacher und Helfer............................................................................... 24
1.2.2   Verwandtenbesuch und Schmuggel....................................................... 25
1.2.3   Gefährliches Tun: Fluchthelfer................................................................ 27
1.3. Die Währungsreform 1948: Der Schmuggel wird intensiver....................... 31
1.3.1 Schmuggel von Mangelwaren. . . .•....................................................... 31
1.3.2.     Verschiebebahnhof Ost-West................................................................. 33
1.3.3.     Komplizierte Transaktionen................................................................... 36
l .4. Der politische Hintergrund und seine Veränderungen................................ 38
1.4.1.     Die Aufteilung in Besatzungszonen....................................................... 38
1.4.2.     Pläne für Deutschland............................................................................. 41
1.4.3.     Spannungen zwischen den Siegermächten.......................................... 42
1. 1949- 1961: Sicherung, Aufbau und vollständige Abriegelung der Grenze..... 44
2.1. „Besondere Ordnung an der Grenze"............................................................. 44
2.1.1.     Der Fischerhof wird verlassen................................................................. 44
2.1.2.„Maßnahmen zur Sicherung der
Deutschen Demokratischen Republik"................................................. 50
2.1.3. Was passiert an der Zonengrenze?........................................................ 52
2.2. Die Massenflucht setzt ein............................................................................... 53
2.2.1.      Die Zeitungsmeldungen........................................................................... 53
2.2.2.Zeitzeugen erzählen................................................................................. 55
2.2.3.      Schicksale.................................................................................................. 58
2.2.4.Der Zaun durch die Buchenmühle........................................................ 59
2.2.5.      Sonderfall Wiesenfeld .                                                                         . . 61
2.2.6. Widerstand gegen Willkür...................................................................... 63
2.3.Überraschung im Westen und im Osten......................................................... 68
2.3.1.     Hilfe für die Flüchtenden......................................................................... 68
2.3.2.Die Ängste der Geflohenen..................................................................... 68
2.3.3.     Zahlen und Zentren.................................................................................. 70
2.3.4.     Reaktion der Volkspolizisten.................................................................. 72
2.3.5.     Aggressive Einstellung der Geflohenen................................................. 73
2.4. Beruhigung und Nachspiel................................................................................ 74
2.4.1. Freies Geleit zum Zurückholen von Geflohenen................................ 74
2.5. Die politische Lage 1952................................................................................... 77
2.5.1.      Die Bundesrepublik und der Generalvertrag........................................ 78
2.5.2.      Die Zonengrenze als Grenze der Machtblöcke.................................... 79
2.5.3.Kurswechsel der russischen Deutschlandpolitik.................................. 80
2.6. Lockerung und Verschärfung........................................................................... 82
2.6.1.Sonntagstreffen und Festteilnahme...................................................... 82
2.6.2.     Mit etwas Glück kommt man noch hinüber........................................ 85
2.6.3.     Mahnfeuer und Informationsfahrten................................................... 88
 
2.7.   Schüsse am Schlagbaum auf der B 84........................................................... 89
2.8.   Grenzverletzungen von beiden Seiten............................................................. 92
2.8.1. Festnahme von Grenzübertretern......................................................... 92
2.9. Versuche der DDR, als Staat anerkannt zu werden...................................... 96
2.9.1. „Volkspolizei drang schwer bewaffnet über die Zonengrenze vor". . . .97
2.10. Verstärkter Flüchtlingsstrom.......................................................................... 99
2.10.1.     Aus der DDR geprügelt........................................................................ 103
2.10.2.Die Atmosphäre wird feindselig........................................................ 116
2.11. Aktion Kornblume........................................................................................ 119
2.11.1 Die quälende Frage nach dem Warum............................................ 122
2.11.2. Weitere Einschränkungen................................................................. 124
2.12. Die wilden Kühe von Großenbach............................................................. 126
3.1962 - 1971: Der Ausbau des „Antifaschistischen Schutzwalls"..................... 128
3.1.    Schüsse am Bildstein...................................................................................... 128
3.2.    Fluchten und Begegnungen: Alltag an der Grenze.................................... 130
3.3.    In die DDR verschleppt.................................................................................. 131
3.4.    Der Doppelzaun wird errichtet....................................................................... 134
3.5.    Mit dem Artillerieschlepper in den Westen.................................................. 136
3.6.    Schusswechsel über die Grenze hinweg....................................................... 139
 
3.6.1.     Fatale Begegnung................................................................................... 139
3.6.2.     Getrennte Untersuchungen - unterschiedliche Darstellungen......... 144
3.6.3.     Ein Heldenmythos wird geschaffen.................................................... 145
3.6.4.     Mord am Todesschützen...................................................................... 146
 
3.7.    Minen zwischen dem Doppelzaun............................................................... 148
3.8.    Flucht unter Lebensgefahr............................................................................. 151
 
3.8.1.     Minengefahr............................................................................................ 151
3.8.2.     Gelungene Flucht in die Freiheit - und die Kehrseite........................ 155
3.8.3.     Zentimeter für Zentimeter durchs Minenfeld................................... 157
3.8.4.     Der Tote im Minenfeld................. '....................................................... 159
3.8.5.     Sechs Geisaer Jungen flüchten............................................................. 160
3.8.6.     Schüsse auf einen Kameraden............................................................ 162
3.9. Die Grenze als Instrument der Politik und Ausflugsziel............................ 164
3.9.1.     Mahnfeuer an der Grenze.................................................................... 164
3.9.2.     Instrument der Politik in der Zeit des Atomaren Patts.................... 166
3.9.3.     Besucher an der Grenze........................................................................ 167
3.9.4.     Die Reaktionen der DDR...................................................................... 170
3.9.5.     Der Schießbefehl.................................................................................... 171
3.10. Agententätigkeit an der Grenze.................................................................. 172
3.10.1. Polizeimeister und BGS-Mann als Agenten................................... 173
3.11.    Ständiger Ausbau bis 1971.......................................................................... 176
3.12.    Immer wieder Zwischenfälle....................................................................... 182
. 1972-1979: Verschärfung des DDR-Grenzregimes und
deutsch-deutsche Entspannungspolitik................................................................ 187
4.1. Metallgitterzaun und Selbstschussanlagen................................................ 187
4.1.1.      Der Metallgitterzaun wird aufgestellt................................................. 188
4.1.2.Die Selbstschussanlage SM 70............................................................ 190

Aus der Zeitung FREIES WORT:
Grenzgeschichten aus dem wahren Leben

Diana Unkart, aufgewachsen in Immelborn, war 12, als die Mauer fiel. Klaus Hartwig Stoll aus Hünfeld war 15, als der Zweite Weltkrieg zu Ende war. Die beiden haben ein Buch geschrieben, das das Leben auf beiden Seiten der Grenze beschreibt.
Point Alpha - "Das war die Teilung" heißt der 3. Band aus der Schriftenreihe Point Alpha, der am Dienstagabend im Haus auf der Grenze zahlreichen Interessierten vorgestellt worden ist. Das Buch ist eine von Diana Unkart, Redakteurin dieser Zeitung, überarbeitete und erweiterte Fassung des 1997 erschienenen Buches "Das war die Grenze" des Regionalhistorikers Klaus Hartwig Stoll, der für das Werk eng mit der Journalistin zusammengearbeitet hat.
Dieses Buch ist kein abstraktes Werk zum Thema Grenze und Teilung. Die Geschichten aus dem wahren Leben in der hessisch-thüringischen Rhön von 1945 bis 1990 machen es spannend und vermitteln Einblicke in die Regionalgeschichte. Die Autoren haben mit Zeitzeugen gesprochen und bislang nicht veröffentlichte Dokumente und Bilder zusammengetragen. Entstanden sind viele traurige, teils auch skurrile Geschichten, bei denen die Menschen im Mittelpunkt stehen.
Dramatisch sei zum Beispiel das Schicksal der Familie Fink aus Kranlucken - Vater und Sohn "waren die ersten zwangsausgebürgerten DDR-Bürger", sagte Volker Bausch, Direktor der Point Alpha Stiftung, in seiner Einleitung. "Zwangsausgebürgert heißt, man hat sie mit Gewehrkolben über die Grenze getrieben" - weil sie aus der LPG austreten wollten.
"Ein Kauf des Buches lohnt sich auf jeden Fall", warb Bausch. "Da es geschrieben worden ist, ursprünglich von einem 'Westautor' und verfeinert und geändert worden ist von einer 'Ostautorin', ist ein ganz besonderes Werk entstanden - wirklich ein Werk der Deutschen Einheit", befand er.
Berthold Dücker, stellvertretender Stiftungsvorsitzender und früherer Chefredakteur der Südthüringer Zeitung , moderierte auf unterhaltsame Art das Gespräch mit den Autoren. Er freue sich, dass das Werk des deutsch-deutschen Autorenpaars "im Jahr 25 der glücklichen Wiederherstellung der Deutschen Einheit" auf Point Alpha vorgestellt wird. Das Buch sei "ein ebenso lebendiges wie einzigartiges Geschichtsbuch aus der dramatischen Zeit der deutschen Teilung und der geteilten Rhön".
Diana Unkart lobte die Vorarbeit von Klaus Hartwig Stoll. Seine anschaulichen Schilderungen - "es ist sehr menschlich, sehr emotional und man kann sich da sehr gut reinversetzen" - hätten ihr die Arbeit einfach gemacht. "Und dann gab es natürlich viele nette Menschen, die sich als Zeitzeugen zur Verfügung gestellt haben." Diese Gespräche seien für sie sehr lehrreich gewesen. Sie könne erst jetzt, nach diesem Buch, sagen: "Ich habe jetzt so eine Vorstellung davon: Das war die Grenze und das war die Teilung."
Zwischen den Autoren "liegen fast 50 Jahre, zwei Generationen", stellte Dücker fest, sie stamme aus Thüringen, er aus Hessen. "Wie ging das zusammen mit Ihnen beiden?", wollte er wissen. Gab es unterschiedliche Sichtweisen oder gar Reibereien? Die Sichtweisen seien schon teils unterschiedlich gewesen, sagte Diana Unkart. So seien beispielsweise "die Begrifflichkeiten" im ersten Buch, "ich nenne es jetzt mal die Westsicht" gewesen. "Da haben wir versucht, eine gesamtdeutsche Sicht zu entwickeln", berichtete sie. "Es gab bestimmte Ausdrücke, die wurden halt in Hessen oder auch in der hessischen Presse verwendet", die im Bezug auf die DDR "so ein bisschen herabschauend" waren, erklärte sie. Das sei aber nicht die Sprache ihres Co-Autors gewesen, "Herr Stoll hat ja sehr viel Archivarbeit betrieben und sehr viele Artikel ausgewertet." Sie hätten sich häufig getroffen, oft beide zum selben Thema Artikel geschrieben "und haben uns dann wieder zusammengesetzt, noch mal geschaut: Was kann man davon nehmen? Haben das zusammengefügt. Und so wurde das Stückchen für Stückchen die fertige Geschichte", berichtete sie. "Ich habe keine Differenzen oder Schwierigkeiten erlebt", sagte Klaus Hartwig Stoll. "Ich denke, es war bei uns beiden so, dass wir uns nicht als Kenner und Alleswisser darstellen wollten, sondern als Aufklärer und Verdeutlicher, was da geschehen ist."
Er habe sich das Werk, "noch warm vom Druck", gleich vorgenommen, sagte Dücker und stellte fest: "Da steckt eine unglaubliche Recherchearbeit in diesem Buch. Das hat mich schon sehr beeindruckt."
Zur Frage, warum das Buch überhaupt überarbeitet werden musste, sagte Stoll, "Das war die Grenze" sei "erfreulicherweise ein Bestseller" gewesen. Aber inzwischen gebe es viele neue Informationen, "Fluchten, von denen ich gar nichts wusste, oder Schusswechsel, hier bei Setzelbach, wo ein Vopo seinen eigenen Kameraden niedergemäht hat mit einer Maschinenpistole." Es sei viel Neues dazugekommen, sagte Diana Unkart. "In den Archiven konnte man viele Akten einsehen, das war nicht möglich, als Herr Stoll das Buch verfasst hat. Insofern war es dringend geboten, manche Geschichte zu ergänzen." Es gebe viele neue Erkenntnisse. "Manchmal waren es die Zeitzeugen, die zu dem Zeitpunkt noch nicht reden konnten, über das, was sie hier erlebt haben, weil es oft auch sehr nahegehende, emotionale Erlebnisse waren. Sie brauchten einfach Zeit, damit diese Wunden verheilen und damit sie darüber berichten können." Viele Geschichten seien fortgesetzt worden. "Oder man wusste: Das und das war passiert und dann haben sich die Leute gemeldet und haben erzählt, was aus ihnen geworden ist. Da sind auch ganz interessante Geschichten dabei." Und auch in Zukunft gebe es Potenzial: So seien erst knapp 50 Prozent der MfS-Akten in der Außenstelle Suhl aufgearbeitet. "Da wird noch der ein oder andere Fakt zutage kommen."
In seinem ersten Buch hätten viele Einzelschicksale aus Thüringen gefehlt, sagte Stoll, "weil ich nur auf die westdeutschen Zeitungen zurückgreifen konnte". Die Thüringer seien ihm immer sympathisch gewesen. "Aber das war eine fremde Welt für mich. Die 40 Jahre Westen haben sich eingeprägt." Er habe sich "krampfhaft immer bemüht, nur nichts Negatives über den Osten zu sagen. "Also, das Wort Ossi habe ich nie über die Lippen gebracht", sagte er.
"Diese Schilderungen des Alltäglichen" fand Diana Unkart am spannendsten an der Arbeit für das Buch. "Es gibt viele Bücher zum Thema Grenze und Teilung - und die sind eher abstrakt. Für mich war es wirklich interessant, zu sehen, wie die Menschen mit dieser Grenze an dieser Grenze gelebt haben." "Sehr erschütternd", fand sie die Schilderungen zu den Zwangsaussiedlungen und den geschleiften Höfen. "Wenn man sich das vorstellt: Man wird, ohne dass man irgendwas gemacht hat, vertrieben, man weiß nicht, wo man hinkommt, man muss seine Liebsten zurücklassen - das ist immer wieder aufs Neue für mich erschütternd."
Klaus Hartwig Stoll fand eher "die kleinen täglichen Drangsalierungen" erschütternd. "Dass eine Frau bei der Feldarbeit kontrolliert wird, sie muss ans Ende des Feldes gehen, von ihrer Arbeit weg, sie muss da den Ausweis zeigen und wieder zurück, oder dass ein Vopo nachts durch Geisa geht und aufpasst, ob das Westfernsehen eingeschaltet ist."
"Die Demokratie, die Freiheit, die wir heute haben, unterliegen leider keinem Naturgesetz, die sind nicht selbstverständlich", stellte Berthold Dücker fest - und fragte abschließend: "Macht es Ihnen Angst, wenn heute jeder demonstrieren kann und Demonstranten Galgen mit sich herumführen?" "Das macht mir schon ein bisschen Angst", sagte Klaus Hartwig Stoll. "Was sind das für merkwürdige verblendete Menschen, die nicht glauben, dass wir eine Menge Flüchtlinge aufnehmen können, die Angst haben?", fragte er und erklärte: "Wir müssen ihnen die Angst nehmen und sagen: Wir haben schon Schlimmeres durchgemacht und Schwierigeres." Dem stimmte Diana Unkart zu.
Er habe am Tag der Deutschen Einheit beim ökumenischen Gottesdienst im Frankfurter Dom eine Fürbitte vorgetragen, berichtete Berthold Dücker. "Und mein letzter Satz lautete: 'In den Flüchtlingen von heute erkenne ich mich wieder.' Das habe ich genauso gemeint und habe gesagt, es schmerzt mich, wenn diesen Menschen heute dumpfe Hassparolen und Brandsätze entgegengeschleudert werden." bf
 
"Das war die Teilung", Parzeller Buchverlag Fulda, ISBN 978-3-7900-0498-4, 19,95 Euro

http://www.insuedthueringen.de/storage/pic/intern/import/fp-mpo/badsalzungen/fwstzslzlokal/4075992_0_bfBuchvorstellung_Point_alp.jpg?version=1444897026

Mein Warenkorb
Artikel: 0
versandkostenfreie Lieferung

Bequem zahlen
Thema aktuell
Kundenservice
Handy-Link
Buchmarkt

Ladengeschäft
im historischen "OchsenbäckerHaus" des hessischen Rhönstädtchens

Tann (Rhön

Buchmarkt - Bestseller

Buchhandlung
OchsenbäckerHaus
Inh.Volker Brinkmann
Marktstr. 9
36142 Tann (Rhön)

Kauf per

Rechnung
Lastschrift

 Für Ihr Handy: Adresse, Öffnungszeiten ect.


NEU
eingetroffen

 

 

 

 

 

 

Neben den speziellen Büchern dieses shops liefern wir Ihnen alle anderen gängigen Bücher
von einem Tag auf den anderen versandkostenfrei ins Haus!
Bitte suchen Sie Ihre Bücher
hier aus, oder senden Sie einfach eine Mail 
oder rufen Sie uns an (0 66 82) 91 93 93 
Sitemap ]


©Powered by XonSoft®